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Christoph Kling erhält Promotions­preis der Studien­stiftung des Deutschen Volkes

Der Jurist wurde mit dem Johannes Zilkens-Promotions­preis für Geistes- und Gesellschafts­wissenschaften für seine Dissertation ausgezeichnet. Diese beschäftigt sich mit der Entwicklung, Praxis sowie dem Scheitern des preußisch-deutschen Konkursrechts von 1825 bis 1998.

Pressemitteilung vom 4. Februar 2021
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Seine Promotion Materielles Recht und Verfahrensrecht im Konkurs: Genese, Konzept, Praxis und Scheitern des preußisch-deutschen Konkursrechts (1825–1998), hat der Nachwuchs­wissenschaft­ler am Lehr­stuhl von Prof. Dr. Ulrich Falk angefertigt. In seiner Arbeit zeigt er die Bedeutung auf, die dem Zusammenspiel zwischen materiellem Recht und Verfahrensrecht für ein funktions­fähiges Insolvenzrecht zukommt. Er stellt sich damit gegen etablierte Deutungs­muster. Die Er­kenntnisse dieser Arbeit sind wegweisend für die Bemühungen um eine europäische Harmonisierung des Insolvenzrechts.

„Das Thema war besonders reizvoll, weil bislang verschiedene, nicht zueinander passende Deutungen existierten“, sagt der 34-jährige Jurist. „Sehr interessant waren vor allem die interdisziplinären Verschränkungen zwischen Rechts­wissenschaft, Informatik, empirischen Sozial­wissenschaften, allgemeiner und Wirtschafts­geschichte.“ Mit seiner empirischen Analyse historischer Konkurs­verfahren betritt Christoph Kling Neuland, wie die Jury in ihrer Würdigung der Arbeit feststellt.

Besonders hob die Jury die herausragende analytische Qualität der Arbeit an der Schnittstelle von rechts­historischer und empirischer Rechts­wissenschaft hervor. Kling hat zudem eine umfassende Datenbank erstellt, die mehr als 55.000 Konkurs­verfahren dokumentiert sowie über 700.000 digitalisierte Seiten des „Reichsanzeiger“ erschließt, der amtlichen Zeitung Preußens und des Deutschen Reichs. Mit dieser öffentlich zugänglichen Datenbank habe er einen bedeutsamen Beitrag auch für künftige Forschungs­arbeiten geleistet, so die Jury in ihrer Begründung.

Die Konkursdatenbank ist nach Open Science-Kriterien aufgebaut und frei zugänglich. Sowohl bei der Zeitungs­digitalisierung, der Expertise zu Open Science als auch bei zahlreichen Fernleihen seltener Quellen vertraute Kling auf die interne Hilfe der Universitäts­bibliothek.

Die Studien­stiftung vergibt die mit je 5.000 Euro dotierten Promotions­preise seit 2014. Mit den Auszeichnungen werden außergewöhnliche akademische Leistungen von Stipendiatinnen und Stipendiaten sichtbar gemacht. Um die Promotions­preise 2021 bewarben sich insgesamt 93 Kandidatinnen und Kandidaten.

Zur Person
Christoph Kling studierte von 2007 bis 2012 Rechts­wissenschaften an der Universität Mannheim und im Rahmen eines Auslands­studiums von 2009 bis 2010 an der Universität Genf. Von 2014 bis 2015 absolvierte er ein LL.M.-Studium an der Harvard Law School. Ebenfalls in Mannheim nahm Kling nach der ersten juristischen Prüfung 2013 sein Dissertations­projekt auf, das er im Dezember 2019 verteidigte. Sowohl während seines Studiums als auch während der Promotion erhielt er ein Stipendium der Studien­stiftung.

Link zur Konkursdatenbank:
https://digi.bib.uni-mannheim.de/konkursdatenbank/

Link zur Digitalausgabe des Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staats­anzeiger: https://digi.bib.uni-mannheim.de/periodika/reichsanzeiger/

Weitere Information zu Promotions­preisen der Studien­stiftung des Deutschen Volkes: https://www.studienstiftung.de/auszeichnungen/promotionspreise/

Ein Pressefoto von Christoph Kling kann hier her­untergeladen werden.

Kontakt:
Christoph Kling, LL.M. (Harvard)
Lehr­stuhl für Bürgerliches Recht, Rhetorik und Europäische Rechts­geschichte
Universität Mannheim
E-Mail: ckling mail.uni-mannheim.de

Yvonne Kaul
Forschungs­kommunikation
Universität Mannheim
Tel.: +49 621 181–1266
E-Mail: kaul uni-mannheim.de