Europas Politik­wissenschaft ehrt Beate Kohler für ihr Lebens­werk

Der europäische Wissenschafts­verband ECPR würdigt die Mannheimer Politik­wissenschaft­lerin als Pionierin mit großem Einfluss auf die Disziplin.

Pressemitteilung vom 14. November 2022
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Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Beate Kohler ist mit dem Lifetime Achievement Award des European Consortium for Political Research (ECPR) ausgezeichnet worden. Kohler teilt sich den Preis mit dem französischen Politik­wissenschaft­ler Jean Blondel. Die emeritierte Professorin, in der Wissenschaft nach wie vor auch unter ihrem früheren Namen Beate Kohler-Koch bekannt, forschte und lehrte viele Jahre an der Fakultät für Sozial­wissenschaften der Universität Mannheim. Das Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES), heute größtes sozial­wissenschaft­liches Institut einer deutschen Universität, prägte sie unter anderem als langjähriges Vorstands­mitglied mit. Kohler leitete am MZES rund 30 Forschungs­projekte mit zahllosen Kooperations­partnern in aller Welt.

Führungs­rolle als internationale Netzwerkerin

Laut Laudatio des ECPR hat Beate Kohler insbesondere bei der Leitung und Koordination wissenschaft­licher Netzwerke eine internationale Führungs­rolle übernommen. Allein das von ihr koordinierte EU-Exzellenz­netzwerk CONNEX zum Regieren in der Europäischen Union brachte über 170 Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaft­ler von 42 Partner­einrichtungen in 23 europäischen Ländern zusammen.

Zahllose Publikationen, tausendfach zitiert

Kohler habe als Pionierin zudem wesentlich dazu beigetragen, die Erforschung der EU als eigenes Fach­gebiet zu etablieren, so die ECPR-Laudatio. Ihre zahllosen Publikationen, etwa über die europäische Integration und die Rolle nichtstaatlicher Organisationen (NGOs) im System der EU, sind bislang tausende Male zitiert worden. Auch bei der Förderung des wissenschaft­lichen Nachwuchses hat Kohler in ihrer 50 Jahre währenden Karriere laut ECPR Außergewöhnliches geleistet. Auf nationaler Ebene stand Beate Kohler von 1988 bis 1991 als erste Frau an der Spitze der Deutschen Vereinigung für Politik­wissenschaft (DVPW).

Der Wissenschafts­verband ECPR gilt als führende politik­wissenschaft­liche Vereinigung Europas. Das 1970 gegründete Konsortium hat nach eigener Aussage über 300 institutionelle Mitglieder in rund 50 Ländern und vernetzt zehntausende Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaft­ler miteinander. Beate Kohler ist die zweite Frau, die den seit 2005 alle zwei Jahre vergebenen Lifetime Achievement Award erhält.

Die Auszeichnung des ECPR für ihre wissenschaft­liche Lebens­leistung ist nicht die erste hohe akademische Ehre, die der 1941 in Wuppertal geborenen Wissenschaft­lerin zuteilwird. 2008 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Universität Oslo und 2009 den Lifetime Achievement Award der University Association of Contemporary European Studies (UACES). 2011 folgte die Ehrendoktorwürde der Universität Maastricht. Die Doktorwürde honoris causa (h. c.) ist die höchste akademische Ehrung, die eine Universität vergeben kann.

Pressefoto finden Sie unter: https://www.uni-mannheim.de/newsroom/presse/pressefotos/

 

Weitere Informationen und Kontakt:
Laudatio und Podcast des ECPR (in englischer Sprache):
https://ecpr.eu/Prizes/PrizeWinners.aspx?PrizeID=8

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Beate Kohler-Koch
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim
E-Mail: Beate.Kohler uni-mannheim.de
Internet: https://www.mzes.uni-mannheim.de/d7/de/profiles/beate-kohler-koch

Nikolaus Hollermeier
Presse- und Öffentlichkeits­arbeit
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim
Telefon: 0621 181–2839
E-Mail: kommunikation mzes.uni-mannheim.de
Internet: www.mzes.uni-mannheim.de