An einer weißen Wand sind abstrakte Gemälde ausgestellt, hauptsächlich in blauen Farbtönen.

Einzelne Kunstwerke

Die ausgestellten Einzelwerke an der Universität Mannheim gewähren Einblick in verschiedene künstlerische Strömungen, Epochen und gesellschaft­liche Diskurse. Sie laden dazu ein, Vielfalt und Entwicklung von Kunst und Gesellschaft aus nächster Nähe zu entdecken.


Karl Trummer – Volkswirtschaft und Betriebs­wirtschaft 

Die raumgreifende Arbeit im Treppenhaus vor dem Lautenschläger- und Röchling-Hörsaal besteht aus großen Reliefelementen, die sich in Größe und Form unter­scheiden, jedoch gestalterisch eng verbunden sind. Dargestellt sind abstrahierte Figurenpaare in sitzenden und stehenden Haltungen, deren Beziehungen bewusst offen bleiben. Die rechte (westliche) Wand trägt den Titel „Volkswirtschaft“, die linke (östliche) Wand den Titel „Betriebs­wirtschaft“. Die plastische Ausarbeitung erzeugt markante Licht- und Schatteneffekte und verleiht der Arbeit eine dynamische, erzählerische Wirkung. Die Reliefs wurden aus Savonnièrestein gearbeitet. 

Der Bildhauer Karl Trummer (1906–1957) absolvierte eine Lehre als Holz- und Steinbildhauer und studierte anschließend an der Münchner Kunstgewerbeschule, ergänzt durch Arbeits­aufenthalte, unter anderem bei Aristide Maillol in der Provence. Ab 1937 leitete er die Freie Akademie Mannheim und wurde 1949 zum Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Karlsruhe berufen. Trummers Arbeiten sind der figürlichen Bildhauerei verpflichtet, zeigen jedoch eine starke Tendenz zur Abstraktion, verzichten auf naturalistische Details und greifen häufig expressionistische Formelemente auf.


Paul Berger-Bergner – Merkur vor Weltkugel 

Der großformatige Wandteppich in der Aula der Universität Mannheim wurde 1955 von dem Künstler Paul Berger-Bergner entworfen und zeigt den aus der griechischen Mythologie bekannten Götterboten Hermes, positioniert vor einer Weltkugel, mit seinen klassischen Attributen, dem Heroldstab und den geflügelten Sandalen. Der Wandteppich wurde in der Städtischen Webschule Mannheim angefertigt. 

Paul Berger-Bergner (1904-1978) absolvierte seine Ausbildung an Kunstakademien in Weimar, Berlin und Dresden und wurde besonders durch den Austausch mit dem Bauhaus und die Lehre Paul Klees geprägt. 1932 war er Mitbegründer der Dresdner Sezession. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden Werke von ihm als „entartet“ beschlagnahmt und vernichtet, zudem verlor er 1945 einen Teil seines Œuvres. Nach dem Zweiten Weltkrieg lehrte er in Mannheim an der Fach­hochschule für Gestaltung, übernahm 1957 dessen Leitung und engagierte sich für eine offene Kunstvermittlung.


Bernhard Karl Becker – Arbeit und Erholung 

Bernhard Karl Becker (1899–1975) war ein deutscher Maler, der sich als Humanist, Pazifist und romanti­scher Künstler verstand. Tief geprägt von Kriegserfahrungen und der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime, entwickelte er eine Kunst, die sich konsequent mit Gewalt, Zerstörung und menschlicher Verantwortung auseinandersetzt. Trotz Haft, Über­wachung und dem Verlust seines gesamten Frühwerks blieb er seiner künstlerischen Haltung treu. Werke wie Feuersturm, Zerstörung Pforzheims und Kriegsende verleihen seinem Ringen um Wahrheit und Menschlichkeit eine eindringliche bildnerische Form. Die Wandbilder im FUCHS-Festsaal entstanden im Jahr 1955. Während die linke Wand den Titel „Die Arbeit“ trägt, ist der rechten Wand „Die Erholung“ gewidmet. Ausgeführt wurden die Malereien in der Caseintechnik.


Johannes Stüttgen – Die unsichtbare Plastik 

Die Aktions­zeichnung „Die unsichtbare Plastik“ entstand während eines öffentlichen Vortrags des Künstlers Johannes Stüttgen im Rahmen des Bronnbacher Stipendiums (heute Kulturkreis Stipendium) an der Universität Mannheim.  Die Arbeit verweist auf die gemeinsame Initiative von Künstler*innen, Stipendiat*innen und Alumni des ehemals Bronnbacher Stipendiums und ist als Dauerleihgabe im Dozentenzimmer der Universität Mannheim zu sehen.

Nach einem Theologiestudium in Münster studierte Stüttgen von 1966 bis 1971 an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Joseph Beuys, dessen Meisterschüler er wurde. Stüttgens Arbeit ist stark geprägt von der Idee der Sozialen Plastik, wie sie von Beuys entwickelt wurde. Kunst versteht er als einen gesellschaft­lichen Gestaltungs­prozess, an dem alle Menschen beteiligt sind. 


Zhou Jinhua – Zwei Großformate im Schloss Ostflügel

Zhou Jinhua zählt zu den bedeutendsten Vertretern der modernen chinesischen Kunstszene. In seinen von der traditionellen Landschafts­malerei inspirierten Arbeiten thematisiert er den rasanten Wandel zwischen urbanen und ländlichen Lebens­räumen in China. Die Werke „Respendence No. 2“ und „Amithaba (und Erweiterung)“ sind vor dem Hörsaal SO 108 im Mannheimer Schloss ausgestellt.

Ein zentrales Merkmal von Zhou Jinhuas Werk ist der konsequente Blick aus der Vogelperspektive. Trotz seiner eigenen Höhenangst besitzt diese Sichtweise für den Künstler eine besondere Anziehungs­kraft. Erst die räumliche Distanz, so Zhou Jinhua, ermögliche es ihm, gesellschaft­liche Strukturen präzise zu erfassen: „Nur die entstehende Distanz erlaubt einen klaren Blick auf die Seele der Gesellschaft.“ Zur Fertigstellung der Werke wurde der Künstler mit Unter­stützung der MRK Management Consultants GmbH aus China nach Deutschland eingeflogen.

Beide Kunstwerke sind Dauerleihgaben der Unter­nehmerfamilie Hartmann.


Hans Nagel – Reliefwand 

Hans Nagel (1926–1978) war ein deutscher Bildhauer, der vor allem durch seine markanten Röhrenplastiken aus Eisen bekannt wurde. Nach einer kriegsbedingt unter­brochenen Jugend und ersten künstlerischen Anfängen als Autodidakt entwickelte er eine eigenständige plastische Formensprache zwischen Figuration und Abstraktion. Neben seiner intensiven Ausstellungs­tätigkeit prägte Nagel als Lehrer und Professor Generationen von Studierenden, unter anderem in Mannheim, Hamburg, Mainz und Berlin. Seine Arbeiten verbinden konstruktive Klarheit mit räumlicher Spannung und zählen zu wichtigen Beiträgen der deutschen Nachkriegsskulptur. Die Reliefwand vor dem Hörsaal SO 108 entstand im Jahr 1961/62 und ist im Ostflügel des Schlosses zu sehen. 


Dr. Manfred Fuchs – Drei Gemälde im FUCHS Festsaal

Die drei Acryl-Gemälde „blau-gelb-schwarz“, „Rote Lava“ und „Stadt am Meer“ sind im FUCHS Festsaal im ersten Stock des Ostflügels der Universität Mannheim zu sehen. 

Die Gemälde stellen eine wertvolle Bereicherung für die Universität dar und tragen dazu bei, dem Festsaal eine lebendige Farbgebung und Ausdruckskraft zu verleihen. Ihr Stil fügt sich in das Ambiente des Saals ein und harmoniert sehr gut mit den Wandgemälden an den Stirn- und Endseiten.

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    Zur Person

    Von 1958 bis 1962 studierte Dr. Manfred Fuchs Betriebs­wirtschaft an der Wirtschafts­hochschule Mannheim, der Vorläuferin der heutigen Universität, und promovierte sich dort 1964 zum Dr. rer. pol. 1962 übernahm er die Leitung der Rudolph Fuchs Mineralölwerk KG. In den Folgejahren wurde er persönlich haftender Gesellschafter der Familien­gesellschaft und nach deren Umwandlung 1972 in eine GmbH & Co.KG. zum Geschäfts­führer. 1984 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden der Fuchs Petrolub AG bestellt und war von 2003 bis 2017 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Fuchs Petrolub SE (heute Fuchs SE). 

    Seit den 1990er Jahren gehört Dr. Fuchs zu den wichtigsten Förderern der Universität Mannheim. Als Dank für sein großes Engagement ernannte die Universität ihn im Jahr 2000 zum Ehrensenator. Für sein Engagement wurde er außerdem 2014 zum Ehrenbürger der Stadt Mannheim ernannt.

    Seit seiner Jugend ist Dr. Fuchs passionierter Künstler. Bereits im Jahr 2006 wurden ausgewählte Werke von ihm im Rektoratsflur der Universität ausgestellt.


Fred Emmerich – Hafen

Seit August 2023 hängt im Senatssaal das Bild „Hafen“ von Fred Emmerich.

Der Mannheimer Maler vereint in seiner Kunst zahlreiche internationale Einflüsse. Das Werk hat eine 10-jährige Entstehungs­zeit und bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass es immer wieder übermalt wurde. Zu sehen sind bunte Boote in gedeckten Farben, die an einem See ankern, und ein grauer Himmel.


Heftige Malerei – Leihgabe der Deutschen Bank

Intensive Farben, dynamische Gesten – Ende der siebziger Jahre setzten sich die Vertreter*innen der „Heftigen Malerei“ ganz bewusst von den vorherrschenden Positionen der Minimal oder Concept Art ab. Mit ihren neoexpressiven Bildern vitalisierte damals eine junge Generation das Medium Malerei.

Die Sammlung Deutsche Bank besitzt einen bedeutenden Bestand an Gemälden und Arbeiten auf Papier dieser Künstler*innen. Eine Auswahl ist seit 2008 als Leihgabe in der Hasso-Plattner Bibliothek im Mittelbau des Schlosses zu sehen.

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