Skulpturen, Plastiken und Büsten
Skulpturen, Plastiken und Büsten prägen das Erscheinungsbild der Universität Mannheim und bereichern den Campus. An verschiedenen Orten der Universität platziert, verbinden diese Werke klassische und moderne Formen. Sie spiegeln sowohl die Geschichte der Institution als auch aktuelle künstlerische Strömungen wider.

Alfred Sachs – Mädchen mit Schale
Alfred Sachs (1907–1990) war ein deutscher Bildhauer, der in Karlsruhe und Dresden ausgebildet wurde und als Meisterschüler bei Arno Breker prägende Impulse erhielt. Sein überwiegend figürliches Werk, das Akte, Figurengruppen, Porträtbüsten und Tierdarstellungen in Bronze, Holz und Stein umfasst, zeichnet sich durch klassische Formstrenge und eine klare, präzise Bildsprache aus. Obwohl sein Schaffen nach 1945 zunächst zurückhaltend aufgenommen wurde, erfuhr es bald eine erneute Würdigung aufgrund seiner künstlerischen Qualität. Die Brunnenplastik entstand 1955 und ist im Ostflügel im Schloss zu sehen.

Fünf Skulpturen aus dem Nachlass von Heinrich Vetter
Die fünf Skulpturen im Rektoratsflur und im Haupteingang des Ostflügels der Universität Mannheim sind Leihgaben aus dem Nachlass des Mannheimer Unternehmers und Mäzen Dr. h.c. Heinrich Vetter.
Die von ihm 1997 gegründete Heinrich-Vetter-Stiftung fördert unter anderem Projekte aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft und Sport. Die Stiftung arbeitet seit Jahren eng mit der Universität Mannheim zusammen.

Wolf Spitzer – Erasmus von Rotterdam
Die Bronzeplastik „Erasmus von Rotterdam“ wurde von dem Bildhauer Wolf Spitzer (1940-2022) geschaffen und ist im Rektoratsflur der Universität Mannheim ausgestellt.
In seinen Werken setzte Wolf Spitzer sich unter anderem mit Humanismus sowie den jüdischen und christlichen Traditionen auseinander. Lehraufträge und Stipendien führten ihn an die Staatliche Akademie der bildenden Künste Karlsruhe, der Villa Romana in Rom sowie an die Cité International des Arts in Paris.

Emil Sutor – Philosophie, Wirtschaft und Kunst
Die Wandplastik der drei Damen wurde von dem Bildhauer Emil Sutor (1888–1974) geschaffen und ist heute im Rektoratsflur des Mannheimer Schlosses zu sehen. Bei den Damen handelt es sich um Personifikationen der Disziplinen und gesellschaftlichen Bereiche Philosophie, Wirtschaft und Kunst. Seine künstlerische Ausbildung begann Sutor mit einer Lehre in einer Offenburger Bildhauerwerkstatt, gefolgt von Studien an den Kunstakademien in Karlsruhe und Dresden, die er durch Studienaufenthalte in München, Leipzig und Paris ergänzte.
Seit 1919 führte Emil Sutor ein eigenes Atelier in Karlsruhe und arbeitete in den Jahren 1925 bis 1936 mit der Staatlichen Majolika-Manufaktur Karlsruhe zusammen, woraus zahlreiche Aufträge hervorgingen, vor allem für kirchliche Räume und Sakralbauten. Während der Zeit des Nationalsozialismus nahm er nachweislich an 11 großen Ausstellungen teil, beantragte 1937 die Mitgliedschaft in der NSDAP und wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Mitläufer eingestuft. Während er in der Zeit des Nationalsozialismus einen pathetisch naturalistischen Stil entwickelte, wandte er sich nach dem Zweiten Weltkrieg u. a. wieder kirchlicher Kunst zu.
Besondere Bekanntheit erlangte Sutor 1958, als er für den Offenburger Burda-Verlag das Bambi-Reh modellierte – den bekannten deutschen Medienpreises.

Peter Hartmann – Das Buch
Die Skulptur „Das Buch“ wurde 2013 von dem Unternehmer und Künstler Peter Hartmann fertiggestellt und im Wirtschaftsinnenhof im Mannheimer Schloss aufgestellt. Die Skulptur, auch genannt „Wöhe“, stellt das große Einführungswerk in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre von dem Wirtschaftswissenschaftler Günter Wöhe dar.
Peter Hartmann (1947-2021) war Beirat der MRK Management Consultants GmbH und selbst Absolvent der Universität Mannheim. Zusammen mit seiner Familie stellte er der Universität Mannheim verschiedene Kunstwerke als Leihgaben zur Verfügung, die im Schloss ausgestellt sind.

Eine Büste von Dipl.-Kfm. Dr.h.c. Julius Paul Stiegler
Julius Paul Stiegler (1884–1962) war Unternehmer und Wirtschaftswissenschaftler, der die BWL an der Universität Mannheim maßgeblich prägte. Dabei setzte er sich für die Internationalisierung der Wirtschaftsforschung ein. Die Julius-Paul-Stiegler-Gedächtnis-Stiftung fördert in seinem Andenken die BWL Fakultät, insbesondere durch die Unterstützung von Forschungsaufenthalten für Nachwuchswissenschaftler*innen. Eine Bronzebüste von ihm ist im Ostflügel nahe seines Porträts ausgestellt. Der Künstler ist unbekannt.

Der Antikensaal
Der Antikensaal zeigt eine große Anzahl hellenistischer Skulpturen und gibt Einblick in die historische Sammlung der einst kurpfälzischen Residenz.
Die bedeutende Sammlung war ursprünglich vor allem für die Ausbildung junger Künstler gedacht, fand jedoch auch das Interesse zahlreicher Intellektueller wie Goethe, Schiller, Herder und Lessing. Als Kurfürst Karl Theodor 1778 nach München zog, nahm er die Abgüsse mit sich. In den 1970er Jahren gelang es dem Mannheimer Archäologen Wolfgang Schiering neue Abgüsse zu erwerben und die Sammlung teilweise zu rekonstruieren. Seit 1991 sind sie erneut im Schloss zu sehen.
Der Antikensaal befindet sich im Ostflügel des Schlosses.


































