Ilaria Sabena / Foto: Luisa Gebhardt

„Ich wusste schon früh, dass ich einmal in Deutschland studieren will“

Ilaria studiert den Mannheim Master in Management (MMM) und stammt aus der Nähe von Turin in Italien. Trotzdem schlug ihr Herz schon von Kindesbeinen an für Deutschland. Warum das so ist und was sie nicht nur an ihrem Studium in Mannheim, sondern an Deutschland generell sehr mag, erfahrt ihr in der neuen myUniMA story.

Wolltest du schon immer in Deutschland studieren?

Ja, eigentlich schon. Als ich vier oder fünf Jahre alt war, lebte ich mit meiner Familie wegen des Jobs meines Vaters für ein paar Jahre in Wiesbaden. Aus dieser Zeit kommt auch meine Verbundenheit mit Deutschland. In der High-School in Italien habe mich dann auch direkt für Deutsch als Fremdsprache entschieden. Nachdem ich die High-School beendet hatte, befand ich mich auf dem Sprachniveau B2 und hatte alle Grammatikregeln verstanden — aber um einen korrekten Satz zu sagen, habe ich damals trotzdem Ewigkeiten gebraucht.

Als ich dann während meines Bachelors ein Austauschsemester in Deutschland absolviert habe, hat sich meine Bindung noch verstärkt und ich wusste, dass ich für meinen Master auf jeden Fall zurückkommen würde. Wenn ich jetzt auf meine Vergangenheit zurückblicke finde ich den Zufall, dass ich mal ganz in der Nähe von Mannheim gewohnt habe, sehr lustig.

Was gefällt dir am Mannheim Master in Management und am Studium in Mannheim am besten?

Mich hat vor allem die Struktur des Studien­gangs überzeugt. Es ist ein recht offener Studien­gang, in dessen Verlauf man sich dann zunehmend spezialisieren kann — und das ist genau das Richtige für mich. Ich spezialisiere mich auf den Marketing-Zweig, kann aber auch Kurse in anderen Bereichen wählen, wie zum Beispiel in Programmieren. An einer anderen Universität oder in einem reinen Marketing-Studien­gang hätte man diese Möglichkeit zum Beispiel nicht.

Was ich auch sehr mag ist die internationale Ausrichtung des MMM, denn bis auf wenige Kurse ist alles auf Englisch und viele der Studierenden stammen aus den unterschiedlichsten Ländern. Die Möglichkeit, ein Semester im Ausland zu verbringen, und vor allem, dass es so viele Partner­universitäten gibt, ist ein großes Plus. Falls sich die Corona-Lage beruhigt, werde ich nächstes Jahr für mein Auslands­semester nach Südkorea gehen. Toll ist auch, dass es selbst für internationale Studierende hier einfach ist, einen guten Nebenjob zu finden — zum Beispiel als Werkstudenten an der Uni oder in Unternehmen. In Italien verdienen sich viele meiner Freunde in Bars und Cafés etwas dazu; hier kann man direkt etwas arbeiten, das einem für die Zukunft viel bringt.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Da habe ich mich noch nicht festgelegt. Diesen Sommer werde ich beispielsweise ein Praktikum bei der Bank Credit Swiss in Zürich machen. An sich könnte ich mir aber auch gut vorstellen in der Tourismusbranche zu arbeiten, weil das meinen Interessen entspricht — ich liebe Sprachen, ich liebe es, in Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern zu sein und zu reisen. In meinem Freundeskreis bin ich außerdem ein bisschen dafür berüchtigt, alle möglichen Reisetipps zu geben. Trotzdem möchte ich auch in anderen Bereichen Erfahrungen sammeln und weitere Praktika machen, bevor ich mich dann für einen bestimmten Weg entscheide. Auf jeden Fall möchte ich nach dem Master ein bisschen in Deutschland oder in der Schweiz bleiben. In Italien gibt es einfach nicht so viele Einstiegs­möglichkeiten in den Beruf für junge Leute.

Was hast du außer Reisen für Hobbies?

Sport auf jeden Fall. Es gibt kaum einen Tag, an dem ich keinen mache. Am liebsten mag ich es zu joggen oder Fahrrad zu fahren. Vor allem am Neckar und am Rhein gibt es dafür wunderbare Möglichkeiten. Ich gehe aber auch gerne ins Uni-eigene Fitnessstudio. Da das jetzt ja nicht möglich ist, habe ich Yoga für mich entdeckt, was ich zuhause machen kann. Das ist anstrengender als manch einer denkt und macht sehr viel Spaß. Wenn ich gerade keinen Sport mache, lese ich sehr gerne oder gehe aus und treffe mich mit meinen Freunden. Außerdem habe ich dieses Jahr angefangen für die Initiative Visum zu arbeiten, musste dann aber natürlich Corona-bedingt pausieren. Ich plane aber, weiter zu machen, wenn alles wieder zum Normalzustand zurückgekehrt ist.

Was magst du an Deutschland und was fehlt dir im Vergleich zu Italien?

Ich hoffe das klingt jetzt nicht allzu oberflächlich, aber am meisten vermisse ich wohl die Tradition des Aperitivo. Ich liebe es einfach, mich in eine Bar zu setzen, einen Aperitif zu trinken und ein paar Snacks zu essen, bevor man dann zum eigentlichen Abendessen übergeht. In Italien ist das eine richtige Tradition und Lebensphilosophie. Manchmal machen meine Freunde und ich das dann einfach zuhause. Was ich an Deutschland allerdings sehr mag, ist die Tatsache, dass es hier so viele verschiedene Restaurants gibt. Gerade Asiatische Restaurants sind hier sehr beliebt und ich habe zum Beispiel Mexikanisch für mich entdeckt. In italienischen Städten gibt es bis auf ein oder zwei Sushi-Bars meist fast nur italienische Restaurants.

Text: Selina Supper / Juli 2020