„Entscheidungen über Beschuldigen (und Bestrafen)“
Prof. Dr. Moritz Schulz (Universität des Saarlandes):
Entscheidungen über Beschuldigen (und Bestrafen)
Zusammenfassung:
Es gibt Hinweise darauf, dass es nur dann angemessen ist, jemandem zu beschuldigen, wenn man weiß (oder berechtigterweise glaubt), dass die Person, der man die Schuld gibt, die Tat tatsächlich begangen hat. So schlägt Lara Buchak (2014) vor, dass wir jemandem nicht allein aufgrund statistischer Evidenz die Schuld dafür geben können, dass er unser Telefon gestohlen hat. Für Buchak deutet dies darauf hin, dass kategorische Überzeugung und graduelle Glaubensgrade möglicherweise Einstellungen sind, die für unterschiedliche Bereiche konzipiert sind. Wenn wir entscheiden, ob wir jemandem beschuldigen wollen, müssten wir darauf achten, was wir (kategorisch) glauben. Wenn wir jedoch beispielsweise entscheiden, ob wir in ein Start-up investieren, müssten wir auf nach unseren Glaubensgraden richten. In meinem Vortrag werde ich dieses Bild kritisieren. Ich argumentiere, dass Normen über Gründe für Schuldzuweisungen zwei Lesarten haben. Nach der von mir bevorzugten Lesart besteht keine Notwendigkeit, den Bereich unserer Entscheidungen in zwei Klassen zu unterteilen – Entscheidungen über Schuldzuweisungen können auf die gleiche Weise getroffen werden wie Entscheidungen darüber, wo man sein Geld investiert.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
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