Gastvortrag im Seminar „¡Luz, cámara, inclusión!“: Adrian Lakomy (PH Heidelberg) spricht über sexuelle Bildung und geistige Behinderung
Im Rahmen des Seminars „¡Luz, cámara, inclusión! – Darstellungen von Behinderung im spanischsprachigen Kino“ von Anna-Lena Hauser begrüßt das Romanische Seminar einen besonderen Gast: Adrian Lakomy (PH Heidelberg) wird einen Vortrag zum Thema „Verhinderte Sexualität (?): Sexuelle Bildung am Beispiel geistiger Behinderung“ halten.
Zentrum des Vortrags ist der vielfach ausgezeichnete spanische Spielfilm Yo, también (Regie: Álvaro Pastor / Antonio Naharro, Spanien 2009), der die Liebes- und Lebensgeschichte eines Mannes mit Down-Syndrom erzählt. Anhand ausgewählter Filmsequenzen wird untersucht, wie Intimität, Begehren und Selbstbestimmung filmisch inszeniert werden und wie diese Darstellungen gängige gesellschaftliche Vorstellungen von Sexualität und Behinderung herausfordern oder reproduzieren.
Auf Grundlage dieser Filmanalyse entfaltet der Vortrag einen interdisziplinären Sexualitätsbegriff, der Perspektiven aus Filmwissenschaft, Sonderpädagogik und Sexualpädagogik miteinander verschränkt. Im Zentrum steht die Frage, ob die Kategorie einer „behinderten Sexualität“ analytisch tragfähig ist – oder ob sie vielmehr als Effekt gesellschaftlicher Zuschreibungen verstanden werden muss. Daran anschließend werden zentrale Positionen der Sexualpädagogik im deutschen sonderpädagogischen Diskurs skizziert.
Ziel des Vortrags ist es, filmische Repräsentationen mit pädagogischen Diskursen in Dialog zu bringen und Impulse für eine reflexive, stigma-sensible Gestaltung sexueller Bildung in der Institution Schule zu geben. Der Beitrag richtet sich an Studierende und Lehrende der Fächer Spanisch, Sonderpädagogik, Erziehungswissenschaft sowie an alle Interessierten, die sich mit Fragen von Inklusion, Medien und Sexualität auseinandersetzen möchten.
