Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Studie: Frauen erhalten im Landtag Baden-Württembergs weniger Aufmerksamkeit als Männer

Männliche Abgeordnete sind um rund sechs Prozentpunkte weniger aufmerksam, wenn im Plenum eine Frau spricht. Weibliche Abgeordnete hören Männern und Frauen dagegen gleich­ermaßen zu. Das zeigt eine Unter­suchung des MZES-Politik­wissenschaft­lers Dr. Oliver Rittmann und Kollegen.

Ergreift eine Frau im Stuttgarter Landtag das Wort, dann wird ihr oft weniger Aufmerksamkeit zuteil als einem männlichen Abgeordneten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Mannheimer Politik­wissenschaft­lers Dr. Oliver Rittmann und seiner Kollegen Prof. Dr. Dominic Nyhuis (Hannover) und Tobias Ringwald (Karlsruhe). Rittmann, der am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) der Universität Mannheim forscht, hat mit seinem Team anhand von Videoaufzeichnungen aus dem Landes­parlament rund 25.000 Interaktionen zwischen redenden und zuhörenden Abgeordneten ausgewertet.

Dabei erhielten sie eindeutige Ergebnisse, so Rittmann: „Frauen erhielten während ihrer Beiträge systematisch etwas weniger Aufmerksamkeit aus dem Plenum. Dieser Unter­schied bleibt auch bei Berücksichtigung weiterer Faktoren wie etwa der Tageszeit oder der Länge einer Rede bestehen. Diese spielen zwar für die allgemeine Publikumsaufmerksamkeit eine Rolle, können aber nicht erklären, weshalb Frauen im Schnitt weniger Aufmerksamkeit zuteil wird. Hier ist der Befund durchwegs stabil.“ 

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