„Schule macht stark“: Universität Mannheim begleitet Schulen in sozial herausfordernden Lagen

Bildungs­forscherin Prof. Dr. Karina Karst und ihr Team von der Universität Mannheim begleiten, beraten und unterstützen 47 Schulen im Süden Deutschlands. Dafür erhielt die Universität Mannheim rund zwei Millionen Euro vom Bunde­ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des nationalen Projekts „Schule macht stark – SchuMaS“. An diesem Forschungs­verbund sind neben der Universität Mannheim noch zwölf weitere Institutionen aus ganz Deutschland beteiligt.

„Schule macht stark“ heißt eine gemeinsame Bund-Länder Initiative, die das Ziel hat, Schulen in sozial herausfordernden Lagen zu unterstützen. Bund und Länder haben sich bereit erklärt, 125 Millionen Euro in bessere Bildungs­chancen für sozioökonomisch benachteiligte Schüler zu investieren – dar­unter in die wissenschaft­liche Begleitung des Projekts. Ein wichtiger Baustein der Initiative ist der Transfer wissenschaft­licher Konzepte und Strategien zur Schul- und Unterrichts­entwicklung in die Schulen sowie der Vernetzung der Schulen untereinander.

Anfang 2021 hat das BMBF ein wissenschaft­liches Verbund­projekt aus 13 Institutionen bewilligt, das die Umsetzung von „Schule macht stark“ übernimmt. Zum Verbund gehört das Team um die Mannheimer Professorin Karina Karst. Die Bildungs­forscherin bekam den Zuschlag, eines von vier SchuMaS Regionalzentren in Mannheim einzurichten. Dieses fungiert als Drehplattform für den Süden und betreut 47 Schulen aus dem Süden Deutschlands. Dafür stehen ihm rund zwei Millionen Euro für die kommenden vier Jahre zur Verfügung.

Die Aufgabe der Mannheimer Forschenden besteht darin, Lehr­erinnen und Lehrer sowie die Schulleitungen in Fragen zu Schul- und Unterrichts­entwicklung zu beraten und zu begleiten. Durch Maßnahmen zur Unterrichts­entwicklung sollen Kinder beispielsweise beim Lesen, Schreiben und Rechnen gefördert werden. Der Fokus liegt dabei auf den Fächern Deutsch und Mathematik. Das Besondere an dem Projekt ist die ko-konstruktive Zusammenarbeit zwischen Schulen und Wissenschaft: „Es ist ein innovativer Ansatz, bei dem wir zunächst nach dem jeweiligen Bedarf der Schulen schauen und darauf ausgerichtet Konzepte und Strategien weiterentwickeln. Es soll nichts einfach übergestülpt werden“, so Karst. „Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, evidenz­orientiert mit den Schulen zu arbeiten. Das heißt zum Beispiel, den Unterricht auf der Grundlage eines objektiv erfassten Wissensstands der Kinder zu gestalten.“ 

Zum Konzept gehört es auch, den Sozialraum zu nutzen, in dem die Schulen angesiedelt sind, und die Entwicklung von innovativen Schul­netzwerken zu initiieren: Welche Angebote in der Region sind bereits vorhanden, die man in die Schule integrieren könnte? Kann die Schule mit benachbarten Institutionen zusammenarbeiten, um ihr Angebot zu erweitern? Dabei arbeiten die Schulen gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der SchuMaS-Zentren in regionalen Schulverbünden von sechs bis acht Schulen zusammen. Die Funktion dieser Schulverbünde liegt in der horizontalen Vernetzung zwischen den Schulen, in der wechselseitigen Beratung mit Blick auf Schul- und Unterrichts­entwicklungs­prozesse und in der Entwicklung von sogenannten Best-Practice Verfahren.

Text: Yvonne Kaul / April 2022