Ein zweites Leben für alte Elektroauto-Batterien

Mannheimer Wissenschaft­ler entwickeln ein Entscheidungs­modell für ausgediente Lithium-Ionen-Batterien

Pressemitteilung vom 14. September 2023
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Gebrauchte Lithium-Ionen-Batterien gehören nicht unbedingt auf den Recyclinghof, da in vielen Fällen die Batterien noch eine nutzbare Speicherkapazität von 80 bis 90 Prozent nach ihrem ersten Leben in einem Elektroauto aufweisen. Sie können beispielsweise als Energiespeicher in Gebäuden oder für Elektroautoladestationen verwendet werden. Da die Batterie einen erheblichen Anteil der Kosten und Emissionen eines Elektrofahrzeugs ausmacht, haben Batteriehersteller und Autobesitzer aus wirtschaft­licher und ökologischer Sicht ein Interesse an einem zweiten Leben der Batterie.

Für ihren neuen Einsatz müssen die Batterien im Vorfeld jedoch entsprechend getestet und bewertet werden. Dr. Amadeus Bach und Prof. Stefan Reichelstein, Ph.D., vom Mannheim Institute for Sustainable Energy Studies (MISES) an der Universität Mannheim, haben nun gemeinsam mit Forschenden aus der Stanford University ein Entscheidungs­modell entwickelt, das alte Batterien aus wirtschaft­licher und aus technischer Sicht bewertet. Dieser Leitfaden mit dem Titel „A Decision-Making Model for Retired Li-ion Batteries“ ist nun auf der MISES Website sowie auf dem Portal Social Science Research Network (SSRN) verfügbar. 

Ihre Simulationen zeigen, wie man die Lebens­dauer und den Preis von gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien einschätzen kann, abhängig vom Zustand der Batterie und von der Art der künftigen Anwendung. Die simulierte Batterielebens­dauer in verschiedenen Second-Life-Anwendungen liegt zwischen einem und sechs Jahren. Insgesamt enthält die Studie einen umfassenden Vergleich verschiedener Strategien, um den wirtschaft­lichsten Anwendungs­fall für eine ausgediente Batterie aufzuzeigen. Die Autoren fanden beispielsweise heraus, dass die wirtschaft­lichste unter­suchte Anwendung die so genannte Frequenzregulierung ist, eine kurzfristige Ausbalancierung des Stromnetzes.

Link zur Originalstudie.

Kontakt:
Prof. Stefan Reichelstein, Ph.D.
Stiftungs­professur für Allgemeine Betriebs­wirtschafts­lehre
Mannheim Institute for Sustainable Energy Studies
Universität Mannheim
Tel. +49 621 181-1700
E-Mail: reichelsteinmail-uni-mannheim.de

Yvonne Kaul
Forschungs­kommunikation
Universität Mannheim
Tel: +49 621 181-1266
E-Mail: kaulmail-uni-mannheim.de