Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Medizinische Forschung geht am tatsächlichen Bedarf oft vorbei

Eine neue Studie unter Beteiligung von Forschern der Universität Mannheim zeigt: Krankheiten wie Diabetes oder Suchterkrankungen nehmen weltweit zu, die Forschung dazu hinkt jedoch hinterher und findet schwerpunktmäßig nur in einigen wenigen Ländern statt.

Die weltweite Gesundheits­forschung beschäftigt sich nur unzureichend mit Krankheiten, die für den Großteil der globalen Krankheits­last verantwortlich sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Langzeitstudie, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz rund 8,6 Millionen wissenschaft­liche Veröffentlichungen mit Daten zur Krankheits­last der vergangenen 20 Jahre verknüpft hat. Das Manuskript ist in der renommierten Fach­zeitschrift „Nature Medicine“ erschienen. 

Das zentrale Ergebnis: Die Kluft zwischen Forschung und tatsächlicher Krankheits­last hat sich zwar seit 1999 halbiert – ein Zeichen dafür, dass sich die globale Gesundheits­forschung zunehmend am realen Bedarf orientiert. Allerdings ist der Grund dafür eher unerwartet: Der Rückgang entsteht vor allem dadurch, dass übertragbare Krankheiten wie HIV/AIDS, Malaria oder Tuberkulose auf dem Rückzug sind. Sie machen inzwischen einen deutlich kleineren Anteil an der weltweiten Krankheits­last aus als noch vor zwei Jahrzehnten. Gleich­zeitig haben nicht übertragbare Krankheiten – etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Suchterkrankungen oder Diabetes – global zugenommen. Die Forschung hat sich an diese Verschiebung bislang aber kaum angepasst.

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