Louis Anyanwu / Foto: Elisa Berdica

„Ich studiere an der Universität Mannheim, um mich vom Rechts- und Wirtschafts­system in Deutschland inspirieren zu lassen“

Louis Anyanwu (28) kommt aus Lagos und studiert seit Anfang September 2016 im Master of Comparative Business Law. Die Studierenden dieses international ausgerichteten Studien­gangs kommen aus den verschiedensten Ländern. In seiner myUniMA story berichtet Louis, wie er die Inhalte aus seinem Studium für Nigerias Wirtschafts­entwicklung einsetzen möchte.


Wie kam es, dass Du für Deinen Master nach Mannheim gekommen bist?

Louis: Ich habe an einer privaten Universität in Lagos Recht studiert und dort im Jahr 2015 meinen Bachelor gemacht. Für den Master in Mannheim habe ich mich entschieden, weil Deutschland ein so wichtiger Akteur auf dem Welt­markt ist. Ich hoffe, aus meinem Master­programm Inspiration und Ansätze mitzunehmen, die zur wirtschaft­lichen Entwicklung meines Heimatlandes Nigeria beitragen können.

Was hast Du nach Deinem Master­abschluss geplant?

Louis: Mein Programm dauert nur ein Jahr, das heißt ich werde schon im Sommer 2017 meinen Abschluss machen. Meine Master­arbeit beschäftigt sich mit dem Thema, wie Nigeria sich deutsches Recht zum Vorbild nehmen könnte – vor allem in Bezug auf wirtschaft­liche Entwicklung. Vielleicht kann ich nach meinem Abschluss auf dieser Arbeit aufbauen, weiter daran arbeiten und die nigerianische Wirtschaft damit unterstützen. Auf jeden Fall möchte ich meine Master­arbeit an Nigerias Entscheidungs­träger schicken und ihnen eine Zusammenarbeit anbieten. Ich fände es aber auch sehr schön, erstmal in Deutschland zu bleiben, mein Deutsch zu verbessern und hier einen Job zu finden.

Was sind die größten Unterschiede zwischen Lagos und Mannheim und dem Studentenleben in beiden Städten?

Louis: Lagos ist eine riesige Stadt, in der immer was los ist. Manche Leute vergleichen Lagos sogar mit New York, weil beide Städte ähnlich voll und geschäftig sind. Mannheim ist da um einiges ruhiger. Außerdem ist es hier, vor allem um diese Jahreszeit, sehr kalt und daran bin ich nicht gewöhnt. Was die Uni betrifft, habe ich in Lagos direkt auf dem Campus gewohnt und in meiner Freizeit viel mit Freunden unternommen oder mit ihnen beispielweise Fernsehshows geschaut. Hier habe ich jetzt viel weniger Freizeit, weil mein Studium sehr intensiv ist und ich eine Menge Projekte und Aufgaben bearbeiten muss. Auch die Wohnsituation ist hier anders, da die Studenten über die ganze Stadt verteilt wohnen.

Wie gefällt es Dir an der Uni Mannheim und in Deinem Studien­gang?

Louis: Als ich die Uni das erste Mal gesehen habe, dachte ich, ich sei in Hogwarts. Ich hatte noch nie vorher so ein schönes und majestätisches Gebäude gesehen, außer in Filmen. Es ist wirklich etwas besonderes, hier zu studieren. In meinem Studien­gang sind wir zu siebzehnt, und kommen aus ganz unterschiedlichen Ländern: Spanien, Afghanistan, Australien, Amerika, und der Dominikanischen Republik. Es kommen sogar zwei Kommilitonen ebenfalls aus Nigeria. Das hat mich sehr überrascht, denn ich hatte nicht damit gerechnet, jemanden aus meiner Heimat hier zu treffen. Wir kommen alle gut miteinander aus und gehen auch regelmäßig zusammen in die Mensa zum Mittagessen. Außerdem waren wir schon zusammen in Karlsruhe und Stuttgart und haben uns die Städte angeschaut, das war sehr interessant.

Hattest Du am Anfang Schwierigkeiten, Dich an der Uni einzuleben?

Louis: Da mein Visum ziemlich spät ankam, habe ich fast die ganze Einführungs­woche verpasst. Dadurch habe ich einige wichtige Informationen zwar nicht mitbekommen, konnte mich aber direkt an meinen Studien­gangs­manager wenden, so dass es keine Probleme gab. Ansonsten war es am Anfang nur schwierig, mich in der Uni zurecht zu finden, aber ich denke das Problem hat jeder neue Student hier. Durch die Hilfe meines Studien­gangs­managers und der Mitarbeiter des Akademischen Auslands­amts kannte ich mich dann nach einer Woche schon viel besser aus. Insgesamt hatte ich in Mannheim und an der Universität bisher eigentlich keine Schwierigkeiten, sondern eine aufregende und schöne Zeit.

Interview: Louisa Gille  |  Foto: Elisa Berdica  |  Januar 207