Sofía García Durrer / Foto: Privat

„Irgendwann möchte ich nach Kolumbien zurück, um dort mit meinen Erfahrungen politisch etwas beizutragen“

Sofía García Durrer hat ihr Abitur an einer deutschen Schule in Bogotá, der Hauptstadt von Kolumbien, gemacht, bevor sie für ein Studium der Politik­wissenschaften an die Uni Mannheim kam. In ihrer myUniMA-Story berichtet sie, warum sie nach Mannheim gekommen ist, was sie bei einem Praktikum im Deutschen Bundestag alles erlebt hat und welche Tipps sie nach vier Semestern Studien­erfahrung an andere internationale Studierende weitergeben kann.

Wieso hast du dich dazu entschieden, in Mannheim Politik­wissenschaft zu studieren?

Ich wollte für das Studium schon immer nach Deutschland, weil ich auf einer deutschen Schule in Kolumbien war. Im Vorhinein hatte ich auch schon eine Hospitanz im Deutschen Bundestag gemacht, die mein Interesse für Politik geweckt hat. Bei der Suche nach Universitäten habe ich mir dann die Rankings für Politik­wissenschaft angeschaut und die Uni Mannheim hat immer sehr gut abgeschnitten. Auch die Bewertungen und Kommentare von Studierenden waren alle sehr positiv. Die Stadt Mannheim selbst kannte ich vorher noch gar nicht.

Wie ist es zu deiner Hospitanz im Bundestag gekommen?

Von der Schule aus hatten wir die Möglichkeit, uns für ein Praktikum im Deutschen Bundestag zu bewerben. Ich habe dann drei Wochen beim CDU-Abgeordneten Philipp Murmann gearbeitet, habe dort Verwaltungs­arbeiten übernommen und den Abgeordneten bei Konferenzen und Veranstaltungen begleitet.

Wie hat dir die Hospitanz gefallen?

Ich fand es sehr spannend, mir die deutsche Politik aus der Nähe anschauen zu können. Und ich habe Angela Merkel persönlich getroffen, das war wirklich sehr schön. Sie hat mir erzählt, dass sie auch schon in Kolumbien war und das kolumbianische Essen sehr gerne mag.

Was hat dir bisher besonders gut gefallen an deinem Studium in Mannheim?

Bevor das Studium losging, habe ich mir Sorgen gemacht, dass ich die einzige ausländische Studentin sein könnte. Aber dann habe ich schnell gemerkt, wie international die Uni Mannheim ist. Ich habe viele Freunde aus den unterschiedlichsten Ländern gefunden.

Gab es auch mal Schwierigkeiten während deines Studiums?

Im ersten Semester hatte ich etwas Schwierigkeiten, weil das Bildungs­system anders ist als in Kolumbien. Ich war es gewohnt, über das Jahr verteilt kleinere Aufgaben erledigen zu müssen, hier schreibt man aber erst am Ende des Semesters mehrere große Klausuren. Im ersten Semester hatte ich daher zu spät angefangen mit dem Lernen. Den Fehler habe ich im nächsten Semester natürlich nicht mehr gemacht, da kannte ich das System schon.  

Vermisst du etwas aus deiner Heimat?

Ich vermisse meine Familie und das kolumbianische Essen. Hier in Mannheim gehe ich manchmal mit meinen Freunden zu „kolumbianischen Nächten“, um ihnen meine Kultur zu zeigen.

Hast du einen Ratschlag für andere internationale Studenten, um sich schnell in Mannheim einzuleben?

Ich würde jedem empfehlen, Initiativen auszuprobieren. Dort kann man viele Leute kennenlernen und das hilft dabei, sich schneller zu integrieren. Ich würde auch jedem raten, viel zu reisen. Ich bin schon relativ günstig nach Schweden, Italien, Paris und in die Schweiz gereist.

Weißt du schon, was du nach deinem Bachelor­studium machen möchtest?

Ich möchte auch meinen Master in Europa machen – aber wahrscheinlich nicht in Deutschland, weil ich noch andere Länder kennenlernen möchte. Nach dem Master kann ich mir gut vorstellen, auch in Europa zu arbeiten – zum Beispiel in einer internationalen Organisation. Irgendwann möchte ich aber wieder nach Kolumbien zurück, um dort mit den Erfahrungen, die ich in Europa gesammelt habe, politisch etwas beizutragen.

Text: Anna-Lena Kiewiet / Januar 2019